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Von Evidenz zu Effizienz

Innovative Wundbehandlung verbessert Lebensqualität

Gerade bei schlecht heilenden und chronischen Wunden machen Produkte wie Zetuvit Plus Silicone Border die Wundversorgung effizienter. Die Kasuistik zeigt, wie dies in der Praxis aussieht. 

von Inga Hoffmann-Tischner
Inga Hoffmann Tischner Portrait rund
Die Autorin: Inga Hoffmann-Tischner, Pflegedienstleiterin beim Kölner Pflegedienst sowie Geschäftsführerin und Inhaberin Wundmanagement Köln & Aachen, 52066 Aachen

Das Wundmanagement Aachen ist ein pflegerisches Wundzentrum, das die ganzheitliche Versorgung und Lebensqualität in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt.

Die Behandlung von Patienten mit schlecht heilenden und chronischen Wunden stellt nicht nur aufgrund der zunehmenden Inzidenz eine soziale und wirtschaftliche Herausforderung dar, ein weiteres Problem ist der Mangel an spezialisiertem Pflegepersonal und Ärzten. Aus diesem Grund sind innovative Behandlungs- und Therapiekonzepte erforderlich, die die komplexe Behandlungssituation dieser Patienten berücksichtigen, wie die folgende Kasuistik zeigt.

Nahtdehiszenz nach Brustreduktionsplastik

Eine zu große Brust kann zu erheblichen körperlichen Beschwerden (z. B. starke Belastung der Wirbelsäule), aber auch zu psychischen Problemen führen. Deshalb entschloss sich die 62-jährige Patientin zu einer Brustreduktion. Nachdem die Krankenkasse zwar die Kosten für eine Rückenschule, nicht aber für die Brustreduktion übernehmen wollte, wurde die OP beidseits mit gleichzeitiger Hautstraffung auf eigenen Wunsch und aus Kostengründen außerhalb Deutschlands durchgeführt. Nach der Operation fühlte sich die Patientin zunächst gut und kehrte nach Deutschland zurück.

Kurz nach ihrer Rückkehr traten jedoch Probleme auf, die Ängste und starken Stress verursachten. Die Patientin beschreibt: „Alle Wunden spannten immer mehr, waren warm und hart.“ Es kam zu dehiszierten Wunden [Abb. 1 / 2], die durch eine sekundäre Wundheilung geschlossen werden sollten. Dazu wurden mit wechselnden Wundauflagen täglich schmerzhafte Verbandwechsel durchgeführt.

Schließlich stellte sich die Patientin am 19. November 2019 in unserem Wundzentrum vor: Ihre Lebensqualität war stark eingeschränkt (siehe Wound-Qol), Wunden zeigten Fibrinbeläge und eine leichte mikrobielle Besiedlung mit rot fluoreszierenden Bakterien [Abb. 3]. Beide Brüste waren schmerzhaft hart und rot. Dies alles waren Komplikationen, die sich auch in Deutschland bei einer OP zur Brustreduktion ergeben können.

Im Rahmen der Wundbehandlung wurden einmal pro Woche ein mechanisches Débridement und eine Wundspülung mit Hyperchloridlösung sowie ein scharfes Débridement durchgeführt. Die betroffenen Bereiche wurden mit der Calciumalginat-Kompresse Sorbalgon als Primärverband versorgt, die auch zum Tamponieren der Wundtaschen eingesetzt wurde.

Als atraumatischer Sekundärverband wurde der superabsorbierende Wundverband Zetuvit Plus Silicone Border appliziert [Abb. 5]. Mit diesem Wundverband konnten die Verbandwechsel auf nur dreimal pro Woche reduziert werden konnte.

Zusätzlich erfolgte eine Aroma­therapie zur Behandlung der Wundumgebung und die Aufklärung der Patientin über Aromatherapie-Selbstmassage und Lymphdrainage. Der Patientin wurde auch geraten, ihre Ernährung im Hinblick auf die erforderlichen Makro- und Mikronährstoffe zu optimieren. Die Wunden machten dann einen schnellen Heilungsfortschritt [Abb. 6 / 7].

Bewertung

Die phasenspezifische Wundtherapie mit geeigneten Verbandmaterialien verlängerte in diesem Fall das Intervall zwischen den Verbandwechseln, Komplikationen wie Wundinfektion und Wundödem traten nicht auf.

Im dokumentierten Fall führte dies auch zu einer Kostenreduzierung. Es gab eine direkte Reduzierung der Materialkosten und indirekt eine Verkürzung der Pflegezeit.

Die Schmerzen der Patientin während des Verbandwechsels waren nahezu Null, da Zetuvit Plus Silicone Border sehr sanft, aber sicher haftet. Dies verbesserte die Lebensqualität der Patientin erheblich (siehe Wound-Qol) und sie freute sich über die fortschreitende Wundheilung, die sie bei jedem Verbandwechsel beobachten konnte.

Krankenhaus Barometer 2019

Fazit

In der aktuellen demografischen Situation in Deutschland mit 17 000 offenen Stellen in der stationären Versorgung (laut Krankenhaus Barometer 2019 des Deutschen Krankenhaus Instituts) und dem Mangel an Ärzten und Fachpersonal in ambulanten Abteilungen und Arztpraxen in Verbindung mit steigenden Patientenzahlen ist es wichtig, innovativ zu denken und zu handeln.

Wir sind daher der Ansicht, dass insbesondere im Wundmanagement schlecht heilender und chronischer Wunden hydroaktive Produkte wie z.B. der superabsorbierende Polymer-Wundverband Zetuvit Plus Silicone Border die Wundversorgung effizienter machen. Durch ihr extrem hohes Saug- und und Rückhaltevermögen sind diese Verbände vor allem bei der Behandlung von mittelschweren bis stark exsudierenden Wunden indiziert. Sie helfen, Komplikationen wie lokale Wundinfektionen und Wundrandmazerationen bei schlecht heilenden Wunden vorzubeugen: Erhöhtes Exsudat wird sicher gebunden, es tritt nichts aus und es gibt keinen schlechten Geruch mehr. Beide Aspekte verleihen Sicherheit und verbessern die Lebensqualität des Patienten.