Deutscher Pflegetag in Berlin
11. bis 12. November 2020 in Berlin

Digitaler Pflegetag 2020

Den Anstoß durch die Corona-Pandemie nutzen, um notwendige Änderungen umzusetzen – und dabei Ärzte und Pflegende zu einem Team auf Augenhöhe zusammen zu schweißen: Das waren die zentralen Themen auf dem Deutschen Pflegetag 2020. Aber so wie das ganze öffentliche Leben fand auch der führende deutsche Pflegekongress in diesem Jahr auf Abstand statt. 

Das war der Pflegetag 2020

Deutscher Pflegetag 2020 digital in Berlin

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Wo sonst eine fünfstellige Teilnehmerzahl aus Politik und Fachöffentlichkeit zusammenkommt, schalteten sich Interessierte in diesem Jahr digital zu: Vorträge per Livestream, virtuelle Messestände statt persönlicher Begegnung und Diskussionen im Chat. Auch HARTMANN war als Premiumpartner dabei – mit einem virtuellen Stand und interessanten Fachvorträgen.

Per Videobotschaft dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel „von Herzen allen, die jeden Tag ihr Bestes geben, um den Alltag der Pflegebedürftigen und Patienten auch in der Pandemie so gut wie möglich zu gestalten“. Sie betonte, dass gute Pflege gute Rahmenbedingungen braucht und dass Pflege Ausdruck gelebter Menschlichkeit ist.

Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, richtete den Scheinwerferkegel ebenfalls auf die Menschen, die in der Pandemie jeden Tag alles geben: Rund 1 500 Menschen aus Gesundheitsberufen sind bereits an Covid-19 gestorben. „Die Menschen haben im Dienst für uns alle ihr Leben verloren“, sagte er und plädierte für mehr politischen Druck, um das Potenzial der Pflege anzuerkennen. Mit den Worten „Erhebt euer Licht“, forderte Wagner alle Pflegenden auf, sich ihres nicht mehr unter den Scheffel stellen zu lassen.

In der anschließenden Diskussion beschrieb Shirin Kreße aus Berlin „ein diffuses Heldentum“, das durch die Pandemie entstanden sei. Sie befürchtete, durch die Pandemie sei die Pflege bei ihrem alten Image geblieben, Chancen würden nicht genug genutzt. Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen fasste zusammen: „Die Kompetenz muss in den Vordergrund gestellt werden“.

Zusammenarbeit im Fokus

Wie wichtig das Miteinander auf Augenhöhe zwischen Ärzten und Pflegefachkräften ist, wurde ebenfalls erörtert. Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, sieht in der Pandemie eine Chance, dass die Dinge endlich verbessert werden. Richtlinien zur Zusammenarbeit bei den gesundheitlichen Fachberufen wurden entworfen, aber bisher wurde davon nicht viel umgesetzt. Der Blickwinkel über die Berufsgruppe hinaus hilft – nur so könne der Strategieprozess vorangehen. Dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen.

Auf der offiziellen Abschlussveranstaltung äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beschwichtigend und optimistisch. Nicht nur Wertschätzung und Applaus wurde in den letzten Monaten gespendet, sondern auch durch konkrete Veränderungen im Alltag habe sich die Situation in der Pflege verbessert. Auch wenn die Veränderungen noch nicht bei allen angekommen seien, so bewege sich doch vieles und es werden weiter Verbesserungen in die Wege geleitet. Ein Lichtblick: Die Pflege ist für den Nachwuchs attraktiv, denn die Zahl der neu begonnenen Ausbildungen sei im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen.

Videowand Deutscher Pflegetag 2020 - Merkel, Spahn, Wagner
Mit sicherem Abstand – das galt beim Deutschen Pflegetag sowohl für die wenigen Gäste vor Ort als auch bei den Diskussionsrunden auf dem Plenum. Einige der Highlights: das Grußwort von Angela Merkel, die Begrüßung durch Franz Wagner, hochkarätig besetzte Panels, die Verleihung des Deutschen Pflegepreises und die Abschlussveranstaltung mit Jens Spahn. Zwischendurch konnten die Teilnehmer auch die Ausstellung mit dem virtuellen HARTMANN Stand besuchen.

Highlights aus dem Vortragsprogramm

Als Premiumpartner unterstützt HARTMANN den Deutschen Pflegetag seit vielen Jahren und war Gastgeber für zwei interessante Vorträge zum Thema Wundbehandlung und Hygiene. Wir haben die beiden Vorträge für Sie zusammengefasst:

Wundversorgung im Wandel
Carsten Hampel-Kalthoff

Verpasst die Pflege eine große Chance?

Als „Visionär in der Wundversorgung“ wurde Carsten Hampel-Kalthoff von der ORGAMed Dortmund GmbH vorgestellt. Seit über 20 Jahren betreut und begleitet Menschen mit chronischen Wunden. 900 000 davon gebe es in Deutschland, aber sie hätten keine Lobby, meint der Profi, der auch an der Erstellung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ mitgewirkt hat. „Es gibt ein großes Netz an Versorgern und Kümmerern“, sagt er, aber die Arbeit vor Ort bei den Patienten sei nicht immer einfach. Dazu komme das Konfliktpotenzial in der Zusammenarbeit mit dem Arzt. Und „chronische Wunden sind betriebswirtschaftlich ein Defizitgeschäft.“

In seinem Pflege-Therapie-Stützpunkt für Menschen mit chronischen Wunden „kümmern wir uns um alles, sind immer erreichbar, schulen Patienten und Angehörige und sind die Augen des therapieverantwortlichen Arztes.“ Aber er müsse als Unternehmer auch etwas verdienen. Die aktuellen Vergütungen reichen dafür nicht aus und so kommt auch eine Querfinanzierung durch den Verkauf von Verbandstoffen und die Abrechnung von Privatleistungen dazu. „Patienten, die gut versorgt werden, sind auch bereit, dafür zu bezahlen“, ist er überzeugt. Sehr kritisch sieht er die Sonder- und Einzelfallentscheidungen der Kostenträger. „Ich bin es leid, lange Anträge zu stellen und dann Rückmeldungen mit unsinnigen Fragen vom MDK zu erhalten“, sagt Hampel-Kalthoff, der für die Zukunft betriebswirtschaftlich sinnvolle Verträge in der Regelversorgung, bundeseinheitliche Vergütungen und eine bessere Vernetzung der Kostenträger fordert. Hampel-Kalthoff rief auf, Professionalität zu zeigen. „Wir müssen uns selbst organisieren und Kante zeigen!“

Wie sieht Hygiene in der Zukunft aus?
Martin Groth

Erkenntnisse aus der Covid-19-Pandemie

Mit einer Aufgabe für die Teilnehmer startete Martin Groth von HygieneManagement Solutions in Mönchengladbach: „Schätzen Sie Ihr Hygieneniveau auf einer Schmerzskala ein!“ Und dann stellte er Fragen wie z. B.: „Nehmen alle Kollegen immer den Schmuck ab? Halten sich Besucher an die Basishygiene? Und müssen Sie sich jetzt eher schlechter bewerten?“

Woran scheitere die korrekte Umsetzung? Zu wenig Zeit, geringes Wissen, hohe Kosten und Unsicherheit seien häufig angeführte Gründe. Aber COVID-19 transformiere die Prozesse. Jeder habe gelernt, immer Maske zu tragen, Dokumentationslisten zu führen und mehr Desinfektionsmittel zu verbrauchen. „Diesen Geist gilt es aufzugreifen“, ist Groth überzeugt. Wichtig sei dabei die richtige Zielsetzung. Die Patientensicherheit stehe im Fokus, alles andere leite sich daraus ab. Alle Ziele müssen gemeinsam im Team entwickeln werden und es dürfe keine Diskussionen über Basishygiene mehr geben. Groth erläuterte, wie dies in der Praxis aussehen könne. Es dürfe keine Hygiene-Pflichtschulungen nach Dienstende geben, sondern kurze 15-Minuten-Einheiten während der Dienstzeit: „Positive Erlebnisse statt Routine.“ Jeder im Team müsse Moderator und Impulsgeber sein und darin bestärkt werden, seine Meinung frei zu äußern. Und er forderte ein Umdenken beim Hygieneplan. „Kaum einer weiß, was draufsteht!“ Der Plan müsse individuell erstellt werden, die Impulse müssen aus dem Team kommen und die Ausrichtung müsse symptom- statt erregerorientiert sein. „Was ist bei fünf Leitsymptomen der schlimmstmögliche Erreger? Auf dieser Frage beruhen dann die abzuleitenden Hygienemaßnahmen. Das ergibt einen kompakten Hygieneplan!“

Ausblick 2021

Der nächste Pflegetag ist bereits in Planung. Er soll am 20. und 21. Mai 2021 im neuen Veranstaltungsort hub 27 auf dem Messegelände Berlin stattfinden – dann hoffentlich wieder live vor Ort.

Sie fragen, HARTMANN antwortet

Logo MACH MIT!

Mit unserer Initiative „MACH MIT!“ möchten wir von HARTMANN das Bewusstsein aller für Desinfektion im Beruf und im Alltag stärken. Als führender Experte im Bereich Medizin- und Pflegeprodukte machen wir gemeinsam mit Ihnen die Krise zur Chance.

Dafür möchten wir uns mit Ihnen austauschen und haben viele der bisher an HARTMANN gestellten Fragen und die zugehörigen Antworten aus den Bereichen Anwendung, Produkt, Medizin, Unternehmen und Vertrieb für Sie zusammengestellt.